Steuerliche Behandlung von standortübergreifenden ärztlichen Teilgemeinschaftspraxen

Ärzte können neben ihren Einzelpraxen oder Beteiligungen an Gemeinschaftspraxen an interdisziplinären, standortübergreifenden Teilgemeinschaftspraxen beteiligt sein (vgl. § 18 Abs.1, 3 Musterberufsordnung für Ärzte). Die Oberfinanzdirektion Koblenz hat in diesem Zusammenhang am 13.12.2006 eine Kurzinformation zu zahlreichen steuerlichen Fragen veröffentlicht (leider noch nicht online verfügbar).

Generell sollen für Teilgemeinschaften keine anderen Grundsätze als für Gemeinschaftspraxen gelten. Sind nur zugelassene Ärzte beteiligt und übt die Teilgemeinschaft als Mitunternehmerschaft neben der freiberuflichen Tätigkeit keine gewerbliche Tätigkeit aus, erzielen die beteiligten Ärzte Einkünfte aus freiberuflicher Tätigkeit, die auch gewerbesteuerfrei bleiben. Etwas anderes gilt, sofern die Teilgemeinschaft neben der freiberuflichen Tätigkeit auch eine schädliche gewerbliche Tätigkeit ausübt oder nicht zugelassene Ärzte als Partner beteiligt sind. Hier könnte die gesamte Mitunternehmerschaft mit der Folge der Gewerbesteuerpflicht „infiziert“ werden.


Sofern Personal oder Sachmittel der jeweiligen Einzelpraxis für Zwecke der Teilgemeinschaftspraxis eingesetzt wird, können die dem Nutzungsumfang entsprechenden Ausgaben als Sonderbetriebsausgaben geltend gemacht werden. Die genutzten Wirtschaftsgüter sind entweder insgesamt der Teilgemeinschaftspraxis (bei Nutzung von mehr als 50% von der Teilgemeinschaft) oder der Einzelpraxis zuzuordnen.


Teilgemeinschaften werden umsatzsteuerlich als Unternehmen anerkannt. Die Leistungen der einzelnen Ärzte stellen wie bei der Gemeinschaftspraxis nicht der Mehrwertsteuer unterliegende Gesellschafterbeiträge an die freiberufliche Teilgemeinschaft dar. Sie werden mit der Beteiligung am Gewinn und Verlust abgegolten. Ein Arzt kann demzufolge neben dem Gewinn aus seiner „Einzelpraxis“ auch einen solchen – gesondert und einheitlich festzustellenden – Gewinnanteil aus der Teilgemeinschaft erzielen und beim Finanzamt zu erklären haben.

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