Dopingskandal im Radsport: Ärzten droht Entzug der Approbation

Nachdem neben zahlreichen ehemaligen Radprofis und den Freiburger Teamärzten Schmid und Heinrich auch der Olympia-Arzt Georg Huber Doping gestanden hat, wurde auch er von der Uniklinik Freiburg suspendiert (Spiegel Online berichtete).

Da die Beteiligung eines Arztes am Doping gegen das Heilmittelgesetz verstößt und unter Strafe gestellt ist (wir berichteten), mehren sich jetzt folgerichtig die ersten Stimmen, die einen möglichen Entzug der Approbation beteiligter Ärzte in Erwägung ziehen. Der Vorsitzende der Berufsordnungsgremien der Bundesärztekammer, Dr. Udo Wolter, wies in einer Pressemitteilung der BÄK v. 25.5.2007 auf die Rechtslage hin.

„Oberstes Gebot ärztlichen Handelns ist die Erhaltung und die Wiederherstellung der Gesundheit des Patienten – Doping aber bewirkt die völlige Überforderung des Körpers und zerstört damit die Gesundheit des Patienten. Kein Arzt, der sich an den Hippokratischen Eid gebunden fühlt, wird Doping durchführen. Doping ist vorsätzliche Körperverletzung und mit dem Arztberuf völlig unvereinbar. Wenn sich ein Arzt eines solchen Vergehens schuldig gemacht hat, kann dies bei besonderer Schwere mit dem Widerruf der Approbation belegt werden.“

Die Mitwirkung eines Arztes an Dopingpraktiken verstoße gegen dessen Pflicht, den Arztberuf nach seinem Gewissen, den Geboten der ärztlichen Ethik und der Menschlichkeit auszuüben (§ 2 Abs. 1 Musterberufsordnung (MBO)), und insbesondere gegen den Auftrag, Leben zu erhalten und die Gesundheit zu schützen (§ 1 Abs. 2 MBO).

Anmerkung: Einem Arzt, der sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich seine Unzuverlässigkeit oder Unwürdigkeit (§ 3 Abs. 1 Nr. 2 Bundesärzteordnung (BÄO))  zur Ausübung des Arztberufs ergibt, kann die Approbation entzogen werden (§ 5 Abs. 2 BÄO). Die medizinisch nicht indizierte Behandlung mit Doping-Mitteln (im Fall von Georg Huber: Testosteron bei jungen Radrennfahrern) und damit wissentliche Gefährdung von Leib und Leben der Sportler sollte dies in der Regel zur Folge haben.

0 Responses to “Dopingskandal im Radsport: Ärzten droht Entzug der Approbation”


  • Keine Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen