BSG: Regress gegen Arzt bei Überdosierung von Arzneimittel

Das Bundessozialgericht, so berichtet die Ärztezeitung, hat entschieden, dass gegen einen Arzt ein Regress zu Recht festgesetzt wurde, weil er dem Patienten dauerhaft ein Arzneimittel über der empfohlenen Höchstdosierung verordnete und damit der Arzneimittelzulassung nicht mehr gedeckt war (Urteil vom 27.06.2007, Az.: B 6 KA 44/06 R).
Der gegen den Regress klagende Arzt hatte einem Patienten innerhalb von drei Quartalen insgesamt 1140 Milliliter des Dosieraerosols Berodual verordnet. Der KV-Beschwerdeausschuss bewertete das Verordnungsvolumen, das über 225 ml hinausging, als unwirtschaftlich und setzte entsprechend einen Regress von 1407 Euro fest.

Quelle: Ärztezeitung

1 Response to “BSG: Regress gegen Arzt bei Überdosierung von Arzneimittel”


  • Es gibt zwei Punkte, die die Anwendung des BSG-Urteils bei Regressen beschränken.

    a) Das BSG zu Bedrodual bei einer nicht zugelassenen Indikation „Lungenemphysem“ Recht gesprochen.

    b) Die Herstellerfirma verfügt über keine wissenschaftliche Forschung zu Berodual bei schwerstgradig Lungenkranken. Das ergab eine weltweite Literaturrecherche des Herstellers.

    Beim aktuellen Berodual-Regress der Krankenversicherung Knappschaft, von dem hunderte Patienten und Ärzte in Nordrhein betroffen sind, geht es um die Rationierung von Arzneien im Vorfeld des Gesundheitsfonds ab 2009.

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