Arzt für Psychiatrie wegen leichtsinniger Versorgung mit Methadon angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Bayreuth hat Anklage gegen einen Arzt für Psychiatrie erhoben. Ihm wird vorgeworfen, sechs Jahre lang aus Gewinnsucht Heroinabhängige mit Methadon leichtsinnig versorgt und damit gegen die Richtlinien der Bundesärztekammer verstoßen zu haben.

Der Angeklagte soll ohne Gesundheits- und Abhängigkeitskontrollen Methadon-Rezepte ausgestellt und den Patienten teilweise gleich mehrere Rationen mit nachhause gegeben haben, ein Verstoß gegen § 13 I BtmG.

Nach dem Prozessauftakt vor dem LG Bayreuth ließ sich der Angeklagte wie folgt ein:
“Die Anklage ist abwegig und ungeheuerlich”. … Die Richtlinien der Bundesärztekammer könnten auf dem Land wegen fehlender öffentlicher Verkehrsmittel gar nicht befolgt werden. Die Behörden hätten lange Zeit seine Verordnungspraxis gekannt, aber wohl aufgrund der Unterversorgung in der Region nichts unternommen. Immer wieder habe er auf die Versorgungsmissstände hingewiesen. Erst als im Bayreuther Bezirksklinikum eine erste oberfränkische Institutsambulanz errichtet wurde, habe man gegen ihn die Vorwürfe erhoben, die zur Anklage führten.

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5 Responses to “Arzt für Psychiatrie wegen leichtsinniger Versorgung mit Methadon angeklagt”


  • Das Klagen gegen Ärzte, die mit Methadon behandeln, scheint Hochkonjunktur zu haben. Auch in Niedersachsen ist es “in”: Gleich fünf Mediziner und Medizinerinnen sind in die Fänge der Justiz geraten und müssen sich verantworten, zweien wurde der Prozess gemacht, beide wurden zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. 98 weitere niedersächsische Substitutionsärzte wurden von ihren KVen angezeigt (von 260). Schon diese Zahl sollte einen stutzig machen. Was ist mit den anderen 160? Sind das keine üblen Verbrecher oder haben sie bei der KV-Rundfrage falsche oder geschönte Angaben gemacht?

    Über den ersten Fall kann ich nicht viel sagen, über den zweiten sehr wohl, denn es handelt sich um einen guten Bekannten unserer Familie, dem meines Erachtens großes Unrecht getan wurde.

    Nach bestem Wissen und Gewissen hat er jahrelang Patienten im Rahmen des Substitutionsprogramms mit Methadon und Subutex behandelt, bis dann die AOK aufgrund einer Nachfrage auf ihn aufmerksam wurde, die Praxis durchsuchte, sämtliche Patientenakten beschlagnahmte und von einem kardiologischen (!) Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (!) auswerten ließ. Das Ergebnis war eine Abscheulichkeit von Gutachten, menschenverachtend und herablassend, ein psychisch gebrochener Arzt, der nur noch aus diesem Gerichtssaal heraus wollte, egal um welchen Preis, und natürlich eine hohe Strafe, da er sich nicht mehr zur Wehr setzte. Er gab alles zu, wohl wissend, dass er damit Unrecht zustimmte, um nicht in die aufwändige, zermürbende Einzelfallbetrachtung gehen zu müssen.

    Vom Gericht als “Dealer im weißen Kittel” betitelt musste er sich nach jahrelangem sozialen Wirken von unserem Staat damit “belohnen” lassen, eine vierjährige Haftstrafe anzutreten. Bauernopfer einer rein wirtschaftlich ausgerichteten Lobbypolitik… Medizinisches Spezialwissen war nicht gefragt, der offensichtlich menschlich und psychisch defekte Gutachter galt als glaubwürdige Quelle.

    Das Gericht nahm es hin, dass ein fachfremdes Gutachten die einzige Grundlage war, auf der verurteilt wurde. Ich nehme mal an, dass dieselben Richter mit psychischen Beschwerden auch zum Kardiologen gehen würden… Ich persönlich wünsche solch leichtfertigen Menschen von Herzen, dass sie mit Zahnschmerzen an die Straßenmeisterei oder einen Fleischer verwiesen werden.

    Nichtsdestotrotz hätte ich eine solche Vorgehensweise in unserem Land nicht für möglich gehalten. Ich habe an unsere Justiz geglaubt. Naiv, oder? Was soll man seinen Kindern da erzählen? Macht was ihr wollt, aber bitte engagiert euch nicht für dieses Land!? Bitte Hände weg von staatlich initiierten Programmen, vor allem, wenn es um Randgruppen geht!? Macht eine teure Ausbildung, studiert, aber dann nichts wie weg! “Brain-Drain” nennen die Engländer dieses deutsche Phänomen und ich würde nach diesen Erfahrungen meine Kinder bestärken, sich diesem Strom anzuschließen.

    Ein Arzt ist kein Jurist und ein Jusrist kein Arzt. Der Arzt kann nur versuchen, gute Medizin im gesetzlichen Rahmen zu machen. Ob er die Gesetze richtig liest, dessen kann er sich nicht sicher sein. Es ist ein Unding, dass nach vielen Jahren, in denen er im guten Glauben gehandelt hat, Juristen bestimmen, ob die Behandlung gut war! Da wäre meines Erachtens von beiden Seiten ein umfassendes Doppelstudium angesagt.

    Falls jemanden der Fall in Uelzen/Niedersachsen interessiert, es gibt da einen Blog in einer Lokalzeitung, der über den folgenden Link zu erreichen ist:

    http://www.az-online.de/blog/?p=189#comment-1544

  • Muss ja ein ganz dummer Psychiater gewesen sein!!!

    Da hat er im Arzneimittelkompendium mehrere 100 legale Drogen (Psychopharmaka) zur Verfügung aber nein, er gibt nicht etwa die Medis ab sondern Methadon. :)

    Die Kinderpsychiater sollte er sich da als Vorbild nehmen…
    Die können sich bei Kindern ganz legal als Dealer etablieren und werden erst noch von den Krankenkassen finanziert. Dazu braucht es nur ein Kind das nicht so konzentriert ist, ein wenig zu oft auf dem Stuhl herumrutscht und noch 2-3 andere “Krankheits-Symptome” aufweist und schon kann er das Kind als hyperaktiv ettiketieren und ihm Methylphenidat auf Kosten der Allgemeinheit verschreiben. Alles ganz legal.
    Willkommen in der Realität.

  • Ja Ja, die Justiz in Bayern mal wieder!
    Kann man den die noch ernst nehmen?
    Ich glaube nicht, denn ich halte die ganze Anklage für volkommenen Schwachsinn!

  • der arzt hat vollkommen recht.wohne auch auf dem land und muss 2 mal die woche zum atzt.mehr geht eh nicht wegen busverbindung und busgeld.als junki kannste nicht mal eben am tag 5 euro busgeld haben.mein hartz 4 ist durch meine sucht nach 2-3tagen verbraucht.das meiner ,,freunde,, auch.so sieht die realität aus…………..merkt euch eins:junkis sind krank.wenn sie könnten würden sie ganz anders handeln.ich spreche hier als betroffener.

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